Grosse Neuschneemengen am Alpensüdhang (4. Dezember 2020)

Grosse Neuschneemengen am Alpensüdhang

08:48 Klaus Marquardt

Aktuell dreht sich über Westeuropa die Wolkenspirale von Tief Wenke, sein Zentrum liegt bei den Britischen Inseln. Die Schweiz befindet sich auf seiner Vorderseite im Bereich einer straffen und föhnigen Süd- bis Südwestströmung.

Auf diesem Weg gelangt heute ein Schwall sehr feuchter Luft zur Alpensüdseite, sie staut sich hier entlang der Berge. Das Resultat sind anhaltende und ergiebige Stauniederschläge, dabei gibt es nassen und schweren Schnee bis in tiefe Lagen. In den Nordtessiner Tälern kommt bis heute Abend bereits rund ein halber Meter Neuschnee zusammen, entsprechende Verkehrsbehinderungen sind vorprogrammiert! Die Zentral- und Ostschweiz zeigt sich durch den Föhn in den Alpen noch lange Zeit begünstigt, im Laufe des Nachmittags lässt der Föhn aber nach. In der Romandie ist es dagegen ebenfalls trüb, die Kaltfront von Tief Wenke hat sich an den Jura gelegt und bleibt hier für einige Stunden nahezu stationär. Die Schneefallgrenze liegt anfangs zwischen 700 und 1000 Meter, später sinkt sie aber auf 400 bis 600 Meter ab. So gibt es auch hier zunehmend nasse Flocken bis in tiefe Lagen.

In der kommenden Nacht zieht die Kaltfront in abgeschwächter Form auch über die Zentral- und Ostschweiz und bringt hier etwas Schnee, unterhalb von 500 Metern zum Teil mit Schneeregen oder Regen vermischt. In der Romandie lassen die Niederschläge nach, im Laufe der zweiten Nachthälfte gehen die Intensitäten auch im Süden vorübergehend zurück.

Über Norditalien bildet sich allerdings ein neues Tief, welches die Feuchtigkeit in weiterer Folge wieder zunehmend an den östlichen Alpensüdhang drückt. Hauptbetroffen davon ist das Engadin, sowie das Misox, Puschlav und Münstertal. Hier schneit es bis Sonntag anhaltend und kräftig, bis zum Sonntagmorgen ergeben sich hier in Summe zwischen 90 und 130 Zentimeter Neuschnee. Auch in Mittel- und Nordbünden fällt einiges an Schnee! Das westliche Tessin ist von diesen Niederschläge deutlich weniger betroffen, das südliche Wallis wird höchstens randlich tangiert. Neben den Problemen durch die Schneemassen an sich wird auch die Lawinengefahr stark ansteigen! Über die genaue Entwicklung am Sonntag sind sich die Modelle noch nicht ganz einig. Wahrscheinlich schneit es im Südosten zumindest noch bis Mittag weiter, dann könnte eine erste Beruhigung einsetzen. Auch in der Ostschweiz kommt noch einmal etwas Neuschnee dazu, im Westen bleibt es dagegen im Wesentlichen trocken.

Bezeichnung Neuschneemengen in den nächsten 48 Stunden bis zum Sonntagmorgen

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