Regen und auf den Bergen viel Schnee (27. Januar 2021)

Regen und auf den Bergen viel Schnee

09:14 Klaus Marquardt

In den kommenden Tagen zeigt sich unser Wetter tiefdruckbestimmt und ziemlich dynamisch, dabei konkurrieren über Mitteleuropa milde und kalte Luftmassen miteinander. Dies führt bei uns im Alpenraum zu teilweise erheblichen Niederschlagsmengen.

Eine erste Warmfront bringt uns heute Mittwoch einen grauen Himmel und eine erste Niederschlagsportion. Der Schwerpunkt liegt dabei entlang der Alpennordseite, im Flachland halten sich die Mengen und Intensitäten vorerst noch in Grenzen. Zunächst fällt Schnee bis in tiefe Lagen, im Laufe des Tages beginnt dann aber die Schneefallgrenze von Westen her allmählich anzusteigen. In der Romandie liegt sie am Nachmittag zwischen 700 und 1000 Metern, im östlichen Flachland passiert dies erst spätabends und in der kommenden Nacht. In den windgeschützten Alpentälern schneit es weiter.

Morgen Donnerstag folgt bereits die nächste Warmfront mit einem weiteren Schub milderer und sehr feuchter Luft. Es regnet häufig und zum Teil kräftig, die Schneefallgrenze steigt weiter an. Am Nachmittag liegt sie in der Regel zwischen 1500 und 1900 Metern, auch in den tiefen Lagen der Alpentäler geht der Schnee mehr und mehr in Regen über. Der in der Höhe stürmische Nordwestwind drückt die Feuchtigkeit an den Alpennordhang, in der Folge gibt es hier auch die grössten Niederschlagsmengen. Im Flachland weht kräftiger Südwestwind mit Böen von 50 bis 70 km/h, die Temperaturen erreichen 8 bis 9 Grad – in der Nordwestschweiz sind es bis zu 11 Grad.

Am Freitag erreicht uns ein weiteres Frontensystem mit neuen Niederschlägen, die Schneefallgrenze pendelt zwischen 1200 und 1500 Metern. Es bleibt sehr windig, die Temperaturen steigen sogar noch einmal eine Spur weiter an. Nach einer kurzen Pause in der ersten Hälfte des Samstags beginnt es später von Westen her erneut zu regnen und zu schneien. Die Schneefallgrenze variiert dabei aus heutiger Sicht im Bereich um oder knapp über 1000 Metern.

Bis zum späten Samstagabend fallen im Flachland oft 50 bis 60 Liter Regen, in den Staulagen entlang der Voralpen zum Teil deutlich mehr. Oberhalb von 2000 Metern gibt es einen enormen Neuschneezuwachs von 100 bis 130 Zentimetern. Dies immer in Kombination mit stürmischem Wind, der den Schnee stark verfrachtet und damit die Lawinensituation weiter verschärft! In den mittleren Lagen fällt zumindest zeitweise Regen. Im Gegensatz zu der föhnigen Tauwetterphase der vergangenen Woche wird der Schnee dadurch tatsächlich schwerer, da er sich vollsaugt – die Dachlasten nehmen stark zu. Mit einer gewissen Verzögerung gelangt auch immer mehr Wasser in den Abfluss, die Kombination aus Regen und Schmelzwasser lässt Bach- und Flusspegel ansteigen. Das genaue Ausmass hängt stark von der weiteren Temperaturentwicklung am Sonntag und zu Beginn der nächsten Woche ab. Hier herrschen zwischen den Modellen noch grössere Unterschiede, aus heutiger Sicht wird sich am tiefdruckbestimmten Wettercharakter aber nicht viel ändern. Weitere Niederschläge zeichnen sich ab.

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