Sommergefühle mit stürmischem Südföhn (10. Mai 2021)

Sommergefühle mit stürmischem Südföhn

11:05 Geraldine Zollinger

Am vergangenen Sonntag lag die Schweiz zwischen einem Hochdruckgebiet beim Schwarzen Meer und dem ausgeprägten Tiefdruckgebiet Hubertus bei Irland. So wurde mit einer süd- bis südwestlichen Höhenströmung ausserordentlich warme Luft zur Schweiz transportiert, wodurch vielerorts die 25 Grad Marke geknackt wurde. Gleichzeitig gewann der Südföhn stetig an Kraft, sodass er im Laufe des Tages zunehmend stürmisch wurde.

Erster Sommertag im Jahr
Wie MeteoNews in einer Mitteilung schreibt, gab es am vergangenen Sonntag verbreitet den ersten Sommertag, eine Bezeichnung für einen Tag an welchem mindestens 25 Grad erreicht werden. Spitzenreiter der Höchsttemperaturen war Basel-Binningen mit Temperaturen von bis zu 28.6 Grad. Aber auch unter anderem in Genf und in Schaffhausen herrschten sommerliche Verhältnisse mit Temperaturen von über 27 Grad. Auch in erhöhten Lagen war es ausgesprochen mild, die Nullgradgrenze lag bei etwa 3500 bis 3600 Metern. Rekordverdächtig sind diese Werte zwar nicht, betrachten wir jedoch nur die erste Dekade dieses Monats landen die Temperaturen zum Teil in den Top 10.

Höchste Temperatur (<1000m, Stand 19:00)

Berücksichtigte Zeitspanne der Hitliste (Schweiz, Liechtenstein) vom 9. Mai 2021, 06:00 bis um 19:00 (Dauer 13h)
Flachlandstationen Höchste Temperatur (in °C)
Basel-Binningen 28.6
Altenrhein 28.5
Güttingen 27.8
Bischofszell 27.8
Genf 27.8
Oberriet 27.7
Delsberg 27.6
Galgenen 27.6
Beznau 27.5
Schaffhausen 27.4
Tänikon 27.3
Würenlingen 27.1
Wädenswil 27.1
Vaduz 27.1
Giswil 26.9
Leibstadt 26.9
Chur 26.9
Hallau 26.8
Bad Ragaz 26.7
Fahy 26.5


Höchste Temperatur (>1000m, Stand 19:00)

Berücksichtigte Zeitspanne der Hitliste (Schweiz, Liechtenstein) vom 9. Mai 2021, 06:00 bis um 19:00 (Dauer 13h)
Bergstationen Höchste Temperatur (in °C)
Hörnli 23.5
Engelberg 22.9
Château-d'Oex 22.9
Scuol 22.6
La Brévine 21.9
La Chaux-de-Fonds 21.7
Adelboden 21.0
Les Charbonnières 20.6
Plaffeien 20.4
Chaumont 20.1
Bergün 19.5
Napf 19.0
Robbia 19.0
Col des Mosses 18.9
La Frétaz 18.7
Piotta 18.7
Santa Maria im Münstertal 18.5
Disentis 18.5
Valbella 18.3
Zermatt 18.0

Stürmischer Südföhn und Tropennächte
Mit der Südströmung wurde zum einen warme Luftmassen zur Schweiz transportiert, durch den starken Druckgradient zwischen der Nord- und Südschweiz und durch die südlichen Höhenwinde stellte sich aber auch ein zunehmend starker bis stürmischer Südföhn ein. Sein Maximum erreichte er am Sonntagabend und in der Nacht, in Altenrhein, Altdorf sowie in Meiringen gab es Böen von über 100 km/h. Durch die Stärke des Föhns waren aber nicht nur die Alpentäler betroffen, teilweise griff der Föhn bis ins Mittelland. Dass der Föhn so stark über die Föhntäler hinaus greift, geschieht zwar selten, ist aber nicht aussergewöhnlich. Dementsprechend sanken auch im Flachland die Temperaturen stellenweise nicht unter 20 Grad, was somit auch als Tropennacht bezeichnet wird. Bspw. in Luzern, Zürich Reckenholz und in Lausanne lagen die Tiefsttemperaturen über 20 Grad.

Stärkste Windböen (<1000m, Stand 09:00)

Berücksichtigte Zeitspanne der Hitliste (Schweiz, Liechtenstein) vom 9. Mai 2021, 06:00 bis zum 10. Mai 2021, 09:00 (Dauer 1d 3h)
Flachlandstationen Stärkste Windböen (in km/h)
Altenrhein 108
Altdorf 104
Meiringen 104
Gersau 97
Oberägeri 95
Glarus 89
Vaduz 85
Oberriet 81
Sankt Gallen 80
Uetliberg 79
Bad Ragaz 78
Flühli 78
Quinten 78
Evionnaz 76
Chur 76
Genf 75
Le Bouveret 74
Elm 74
Visp 74
Brienz-Hofstetten 72

Im Allgemeinen kommt Südföhn am häufigsten im Frühling vor, zu der Jahreszeit, in welcher die Barokline Welle - also das von West nach Ost verlaufende Band an welchem dynamische Tiefdruckgebiete entstehen - sich zwar zunehmend nach Norden verlagert, aber dennoch gelegentlichen Einfluss auf das Wetter in der Schweiz ausübt. Befindet sich nun ein Tiefdruckgebiet nordwestlich der Schweiz, stellt sich über der Schweiz eine südliche Höhenströmung ein. Befindet sich nun Südöstlich der Schweiz ein Hochdruckgebiet, kommt noch ein Druckunterschied zwischen der Nord- und Südschweiz zustande. Die südlichen Höhenwinde und der Druckgradient ergeben somit den Südföhn. Im Sommer befindet sich die Barokline Welle weiter im Norden, sodass es im Sommer ein Südföhn-Minimum gibt. Im Herbst nimmt die Häufigkeit wieder zu.

Bezeichnung
Quelle: MeteoSchweiz

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